Ivrea zur 54. italienischen UNESCO-Stätte ernannt

Ivrea, Industriestadt des 20. Jahrhunderts, ist die 54. italienische Unesco-Welterbestätte. Die Anerkennung wurde während der 42. Sitzung des Welterbekomitées der Vereinten Nationen getroffen. Die piemontesische Kleinstadt Ivrea ist untrennbar mit dem berühmten italienischen Industriellen Adriano Olivetti verbunden, dessen Name für Schreibmaschinen und Computer steht, und der das italienische Industriesystem grundlegend erneuert hat.
Die Auszeichnung als UNESCO-Welterbestätte ist Anerkennung für eine humanistische Idee, die die technischen Fähigkeiten von großen Fachleuten in greifbare Erfolge zum Nutzen der Gemeinschaft verwandelt hat.
Die Industriestadt Ivrea ist ein industrielles und sozio-kulturelles Projekt des Unternehmens, das 1908 von Camillo Olivetti gegründet wurde und fortlaufend von den 1930er Jahren bis Ende der 1960er Jahre weiterentwickelt wurde. Es war vor allem das visionäre Genie von Adriano Olivetti, der konkret die Existenz einer überwiegend effektiven und praktikablen Alternative zu den bestehenden Industriestädten demonstrieren wollte, sodass der Industriekomplex von Ivrea die Ideen einer Gemeinschaftsbewegung widerspiegelt und so ein beispielhaftes soziales Projekt als Ausdruck einer modernen Vision der Beziehung zwischen industrieller Produktion und Architektur ist.
Neben den großen Fabrik- und Verwaltungsgebäuden in der Stadt wurden Gebäude gebaut und Dienstleistungen zur Unterstützung der lokalen Bevölkerung finanziert, wie z.B. Kindergärten und Wohnungen für Arbeiter und leitende Angestellte.
Die Industriestadt Ivrea ist daher ein außergewöhnliches Beispiel einer modernen Industriestadt des 20. Jahrhunderts.