Der Herbst lockt mit kulinarischen Genüssen

IDM Südtirol-Alto Adige/Andreas Mierswa

Italien im goldenen Herbst erleben, das ist eine wundervolle Möglichkeit, Aktivsein und Gaumenfreuden zu kombinieren. Von September bis November laden zahlreiche Feste ein, die lokalen Erzeugnisse zu probieren. Auf den so genannten sagre können Besucher sich durch das reiche Marktangebot schlemmen: von Trüffeln, über Kastanien und Pilzen bis hin zu Schinken und Käse. Viele der Orte liegen an den so genannten Sentieri del Gusto, also den Schlemmerrouten, oder den Strade del Sapore (Genussstraßen) wie sie beispielsweise die Straße des San Daniele-Schinkens im Friaul ist. Es gibt monothematische Routen und auch solche, die sich mehreren Spezialitäten der Gegend widmen.

 

Neben dem Essen spielt in Italien natürlich auch der Wein eine große Rolle: Rund 150 Weinstraßen, die Strade del Vino, an denen 1.450 Gemeinden und 3.300 Weinkeller beteiligt sind, laden zum Genusswandern und zu Besuchen bei Winzern ein. Ziel ist die Förderung des Weintourismus und des turismo slow, also eines langsamen, nachhaltigen Tourismus, bei dem der Reisende sich Zeit nimmt, einen ganzheitlichen Eindruck des Reiseziels zu erhalten, in dem er die Verbindung von Landschaft, Kultur und Tradition in Kontakt mit den Einheimischen kennenlernt.

 

Gerade im Spätsommer und Herbst sind die zahlreichen Weinfeste ein besonderes Erlebnis wie z.B. in der Toskana https://www.visittuscany.com/de/ideen/weinfestivals-in-der-toskana/, in Friaul Julisch-Venetien https://www.turismofvg.it/de/strada-del-vino-e-dei-sapori oder im Veneto https://www.veneto.eu/cms/index.asp?idcms=3097&l=De, um einige Beispiele zu nennen. In Südtirol beginnt im Herbst das Törggelen, bei dem in urigen Wirtschaften lokale Produkte wie Kastanien, Käse und Speck zu einem Glas Wein gereicht werden (https://www.suedtirol.info/de/erleben/toerggelen).   

 

Die Geschichte des Weins in Italien geht rund 2.500 Jahre zurück: die ersten Reben sollen die Griechen mitgebracht haben, als sie Süditalien besiedelten. Aber auch die Etrusker bauten schon Wein an, und die Römer kultivierten ihn im ganzen römischen Reich. Insgesamt besitzt Italien rund 350 verschiedene Rebsorten, 330 davon sind autochthon, werden also seit Jahrhunderten nur in begrenzten Gebieten angebaut, wie z.B. der Prosecco, der Montepulciano oder der Cannonau. 523 Weine tragen eins der Qualitäts-Gütesiegel DOCG, DOC oder IGT.

 

Ein besonderes Highlight für Einheimische und Gäste sind die vielen Weinfeste die von Nord- bis Süditalien gefeiert werden. Eines der bekanntesten ist das in Bardolino am Gardasee, das seit über 90 Jahren stattfindet. Hier findet man nicht nur den gleichnamigen Wein, sondern auch den Valpolicella, Soave oder Custoza, deren Anbaugebiete man auf den entsprechenden Weinstraßen kennenlernen kann. Nächster Termin ist Ende September / Anfang Oktober 2022.

 

Ein prima Anlass um noch dieses Jahr am Gardasee die lokalen Spezialitäten zu probieren ist das Festival Nazionale der Borghi più belli d'Italia (Schönsten Dörfer Italiens) in Tremosine und Gardone Riviera, wo von 10.-12. September ein buntes Programm geboten wird. XIII. Nationales Festival von "Die schönsten Dörfer Italiens" | Italien es schönsten Dörfer (borghipiubelliditalia.it)

 

Ebenfalls seit über 30 Jahren etabliert ist das Fest Mangialonga in La Morra, im Gebiet der Langhe e Roero im Piemont, das aufgrund des Weinanbaus zum UNESCO-Weltnaturerbe gehört. Hier kommt der geschätzte Barolo her, aber auch der Nebbiolo und der Barbera. Besucher können auf 4 Kilometern durch die Weinberge spazieren und erhalten mit einem Pass überall Weinproben. Nächster Termin: 28. August 2022 (www.mangialonga.com)

 

Schöne Initiativen veranstaltet auch der Verein Movimento Turismo del Vino, in dem 1000 Winzer Mitglied sind. Zur Erntezeit (“Vendemmia”), der wichtigsten Zeit für die Winzer, öffnen die Weingüter der Vereinigung im Rahmen der Initiative „Cantine aperte in vendemmia“  ihre Türen und empfangen Weinliebhaber, die die Ernte hautnah erleben möchten. Bei Führungen durch die Weinkeller können die guten Tropfen natürlich auch mit weiteren kulinarischen Spezialitäten verkostet werden. www.movimentoturismovino.it/it/home/

 

Das Thema Kulinarik spielt in Italien eine sehr große Rolle und ist untrennbar mit der Identität und Kultur des Landes verbunden. Italiens Küche ist eine wichtige Botschafterin des „Made in Italy“ in der Welt, worauf die jährliche Settimana della Cucina Italiana nel Mondo aufmerksam macht, die dieses Jahr vom 22.-28. November stattfindet. In der Woche der Italienischen Küche in der Welt, wie die Initiative auf Deutsch heißt, finden jedes Jahr im November mehr als 1.000 Events in über 100 Ländern statt, die den Gästen durch Vorträge, Degustationen, Workshops und vielem mehr die echte Cucina Italiana näherbringen.

www.italia.it/de/reisetipps/essen-und-trinken.html